Norbert, Thomas, Simon, Theresa, Eike, Peter, Felix und Joachim

Lucky Lone Star

Rund Fünen - Jugendtörn 10. bis 17. Juni 2006

Was für ein Segeltörn! Schweinswale, Sonne, Wind, gute Stimmung an Bord und dann noch so ein Rahsegler!

 

Der Törn führte von Heiligenhafen nach Bagenkop, Assens, Bogense, Kerteminde, Nyborg und zurück über Bagenkop nach Heiligenhafen.

Insgesamt wurden 267 sm zurückgelegt.

 

Die Crew:

Theresa Hass, Felix Mahler, Joachim Castorph, Eike Möhler, Peter Kästner, Simon Woop

Co-Skipper: Thomas Müller, Skipper: Norbert Woop

 

Bereits am Freitag konnten wir die Yacht in Heiligenhafen übernehmen und somit entspannt am Samstag bei sonnigem Wetter los segeln. Nach Sicherheitseinweisung und Notrolle ging es los mit Kurs nach Dänemark.

Ein mäßiger östlicher Wind ermöglichte uns, noch in Sichtweite von Heiligenhafen den Blister zu setzen. Gleich darauf tauchte ein Schweinswal (Delfinart) neben uns auf und begleitete uns gut eine viertel Stunde. Immer wieder schwamm er parallel mit uns und schaute zu uns herauf, tauchte wieder weg um nach einiger Zeit auf der anderen Seite uns zu begleiten. Natürlich ein toller Start für unsere junge Crew.

Erster Hafen in Dänemark, Bagenkop, ehemaliger Fährhafen, jetzt in neuem Outfit mit Aussichtsturm.

Am Sonntag ging es weiter südlich von Aerö in Richtung Kleiner Belt. Wir querten ein Regattafeld, das sich bei mäßiger Brise aus Richtung Marstal nach Süden schob. Es war heiß, zu heiß, so dass wir unbedingt ein Sonnensegel über die Plicht spannen mussten. Außerdem holten wir das kleine gelbe Schlauchboot heraus, pumpten es auf und ließen unsere Jugendsegler abwechselnd für eine Viertelstunde im Schlepp auf der „Gelbwurst“ entspannen.

Ein schöner Segeltag, der seinen Abschluss im Yachthafen von Assens fand.

Montag: Start hinaus in den Kleinen Belt, bei viel Sonne und mäßiger Segelbrise. Gut, dass uns der Strom mit zieht. Die Hitze erreichte Mittelmeerniveau. Zum Glück war das Schlauchboot noch aufgeblasen an Deck.

Spaß machte unserer Crew das Segeln in den engen Passagen bei Middelfahrt und Frederica. Wir segeln hart am Wind, jede kleine Böe ausnutzend, unter den hohen Brücken hindurch, immer auf die nächste Bö wartend um weiter anluven zu können. Belohnt werden wir dafür am nördlichen Ende des Belts mit der Sichtung einer Gruppe von Schweinswalen.

Dann geht’s nach Steuerbord – leider die meiste Zeit ohne Wind und mit Motor – in Richtung Bogense. Es ist wieder heiß wie im Hochsommer.

Im Yachthafen angekommen, wird eingekauft und gekocht. Danach ein Bummel durch die schnuckelige alte Stadt. Am Abend gibt dann eine deutsche schon etwas ergraute Segelcrew ein schönes Oldie-Konzert am Nachbarsteg.

Am Dienstag ging’s weiter entlang der Nordküste von Fünen in Richtung Großer Belt. Windmäßig sicher nicht der beste Tag. Kurz vor Kerteminde wurde der starke Gegenstrom zur Geduldsprobe für Yacht und Crew. In Zeitlupe näherten wir uns einer Untiefentonne und passierten sie laaaaangsaaam. Segeln ist langsames Reisen damit die Seele schritt halten kann!

Als wir in Kerteminde in den Hafen einliefen, querte gerade ein Regattafeld unterschiedlichster Yachten unseren Kurs. Das Ziel war unmittelbar neben der Steuerbord-Hafenmole. Bei null Wind trieben die Boote an uns vorbei. Dann krachte es neben uns, eine der teilnehmenden Yachten war auf die Hafenmole aufgelaufen. Die Crew nahm’s gelassen. Es war übrigens nicht die einzige Havarie. Wir erlebten, inzwischen längsseits im Hafen festgemacht, noch einige Szenen mit Grundberühren auf hartem Fels.

Am Mittwoch ging’s weiter bei gutem Wetter weiter in Richtung Süd im Großen Belt. Bevor wir nach Nyborg einschwenken konnten, mussten wir die imposante Brücke queren, die sich zwischen Fünen und Seeland über den Belt spannt.

In Nyborg machten wir im Yachthafen fest und suchten uns nach dem Abendessen eine Kneipe mit Fernseher, denn es war ja WM-Zeit und das Spiel Polen-Deutschland wollten wir nicht versäumen. Wir mussten nicht weit in die City gehen um ein Lokal mit Fernseher auszumachen. Zusammen mit drei deutschen Fernfahrern und drei anderen Yachties erlebten wir das Spiel in der sonst fast leeren Kneipe.

Am nächsten Morgen beim Frühstück konnten wir seltsame Funksprüche mithören: Eine Gorch Fock wollte mit dem Nyborg Hafen Kontakt, bekam aber keinen. Wer ist denn so vermessen, sein Boot nach dem deutschen Segelschulschiff zu benennen? Etwas später ein englischer Funkspruch mit stark osteuropäischem Akzent: „ Gorch Fock, don’t be afraid, we crossing you on starboard!“ Wir beschleunigten unser Ablegemanöver, um zu sehen was da draußen eigentlich los war. Etwas ungläubig mussten wir feststellen, dass da nicht weit von uns in der Bucht tatsächlich die Gorch Fock vor Anker lag. Daneben fuhr ein Küstentanker unter polnischer Flagge knapp an ihr vorbei.

Na denn los, die wollen wir ganz nah erleben! Aber leider ging Gorch Fock Anker auf und düste unter Maschine uns davon in Richtung Großer Belt. Länge läuft. Wahrscheinlich war ihnen die Drohung des polnischen Kaptitäns mit „crossing you“ zu gefährlich geworden.

Wir setzten unseren Kurs ebenfalls Richtung Großer Belt ab und richteten den Bug gen Süd.

Unser letzter dänischer Hafen auf diesem Törn war dann wieder ein Mal Bagenkop..

Beim schulmäßigen Eindampfen in die Vorspring kam es bei unserem Achterleinen-Team zu Verständigungsschwierigkeiten und für Joachim wurde der Schritt zum Land im entscheidenden Moment zu weit und er versank senkrecht im Hafenbecken. Mann über Bord! Die (fast) sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen waren aber unnötig, denn wie er hineingeschossen war, kam Joachim auch wieder aus dem Wasser. Helfende Hände zogen ihn dann nur noch an Land.

Der Rest war Routine. Am Abend konnten wir dann im Fernseh- und Internetraum des Hafens wieder das WM-Geschehen mitverfolgen.

Leider geht auch so ein toller Törn irgendwann zu Ende. Am Freitag segelten wir zurück nach Heiligenhafen. Es war eine Woche mit sagenhaftem Wetter und meist gutem Wind und vielen schönen Erlebnissen.

 

Norbert Woop

Hoch und trocken in Nürnberg