Jugentörn Crew 2011

Norbert Woop - Jannik Zinkl - Victor Pruchniewski - Thomas Müller - Günther Probst - Fiona Greger - Laura Döß

 

Crew: Norbert Woop (Skipper), Thomas Müller (Co-Skipper), Laura Döß, Fiona Greger, Günther Probst, Vicotor Pruchniewski und Jannik Zinkl

 

Route: Heiligenhafen - Bagenkop - Marstal - Nyborg - Fåborg - Sønderborg - Laboe - Heiligenhafen

 

Seemeilen insgesamt: 241,2 sm

 

 

 

 

Bilder

Tag 1 - Heiligenhafen ➨ Bagenkop

In der Nacht ging es endlich los. Die Jugendgruppe traf sich um ca. 23 Uhr am Hauptbahnhof Nürnberg. Ostsee hieß das Reiseziel. Nach einer kurzen Zusam-menkunft am Meeting Point ging´s ab zum Bahngleis. Schnell von Mama und Papa verabschieden und nichts wie in den Zug. Wir fanden unser reserviertes Abteil und hofften, dass der Zug schnell abfährt. Doch wer die Deutsche Bahn kennt, weiß, dass sie nicht immer pünktlich ist. So standen wir erst einmal rund 45 Mi-nuten in Nürnberg am Gleis. Nach einer halben Ewigkeit fuhr der Zug endlich los. Schnell wurde aus Freude Müdigkeit. Auch wenn die Sitze nicht so komfor-tabel waren, schliefen wir doch alle verhältnismäßig gut. So verbrachten wir die vielen Stunden Zugfahrt mit Musik hören, Unterhaltung, Spielen und aus dem Fenster schauen; uns wurde dabei bewusst, dass wir unseren Anschlusszug ver-passen würden, da die Bummelbahn leider die Verspätung nicht einholen konnte. Im Zug suchte Günther einen Schaffner. Der gefundene Schaffner war Öster-reicher, nichts gegen die lieben Nachbarn, aber der wusste nichts. In Hamburg angekommen, suchten wir schnellst möglichst den nächsten Infopoint. Eine nette Dame suchte uns freundlicherweise den nächsten Zug raus. So verging die Zeit zwischen Bahnsteigen und Zugfahren und schließlich auch die Busfahrt zu unse-rer Lone Star. Dank unserer hilfsbereiten Skipper Norbert und Thomas, die schon am Vortag unser Gepäck mit dem Auto mitgenommen hatten, war die Zug-fahrt sehr angenehm. Bei der Lone Star angekommen, packten wir unsere Koffer aus und verstauten sofort die mitgebrachten Einkäufe. So schnell konnten wir gar nicht schauen, plötzlich hieß es: „Alles klar zum Ablegen?!“ Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so segelten wir kurze Zeit später mit der Lone Star aus den geschützten Hafen von Heiligenhafen. Die Sonne am Schiff genie-ßen und einfach mal abschalten, so dachten wir alle. Leider zog hinter uns eine immer größer werdende schwarze Wolkenwand auf und das Boot begann immer heftiger zu schwanken. Wie erwartet holte unsere Crew die Seekrankheit schneller ein als wir dachten. Auch der Sturm war schon da, bevor wir den nächsten Hafen erreichen konnten. Immer wieder gab es Sturmböen, Regen und das ewige „Auf und Ab“. Der Hafen von Bagenkop war schon in Sichtweite. Doch leider kollidierten wir mit einem Fischernetz in der Hafeneinfahrt. Im Hafen angekommen, gab es einen riesigen Tumult von Passanten, die sich unser Boot mit samt dem Fischernetz anschauen wollten. Dank der hilfreichen Dänen waren wir bald wieder aus dem Netz befreit und wir konnten uns den wunderschönen Son-nenuntergang ansehen.

Tag 2 - Bagenkop ➨ Marstal

Voller Motivation und köstlichem Frühstück in dem Bäuchen ging es dann am 2. Tag wieder raus auf die Hohe See. Doch leider fehlte unserer Crew mal wieder das Glück. Das Großsegel sollte gerefft werden, da auch für diesen Tag wieder sturmartige Böen gemeldet waren. Leider wurde das letzte Reffbändel verges-sen und somit riss unser Großsegel. Mit Motorantrieb ging es in den nächstgele-genen Hafen Marstal. Um sich nicht wieder der Häme der Dänen auszusetzen, vermieden wir es, wieder nach Bagenkop zurückzukehren. Angekommen in Mar-stal, brachten wir unser Großsegel zur Reparatur. Ein Hafentag war auch ganz schön. Die neue Windex musste auch irgendwie am Mast installiert werden. Dank Jannicks Mut hat sie ihren Platz gefunden. Die Helfer, die ihn raufgezogen ha-ben, wollen wir nicht vergessen! Nachdem wir an Bord alles soweit erledigt hat-ten, wollten wir die Gegend rund um den Hafen erkunden. Der Spielplatz kam uns nicht ungelegen. Danach teilte sich die Gruppe. Jannik und ich besuchten den Strand. Günther, Victor und Laura zog es in die Stadt. Beim Abendessen wurden die Erlebnisse ausgetauscht und es wurde sogar eine Rückenmassagestunde ein-gerichtet.

Tag 3 - Marstal ➨ Nyborg

„Guten Morgen!“ Das Frühstück war schon fertig. Schnell aus dem Bett gehüpft, unter die Dusche und dann an den Tisch gesetzt. Eine Crewbesprechung war nö-tig. Es waren starke Böen für diesen Tag gemeldet. Hafentag oder doch lieber Segeln? Die Entscheidung war leicht. Segeln natürlich. Guter Wind und strahlen-der Sonnenschein, da kann es doch nur noch besser werden? Doch leider ging an diesem Tag ein geliebtes Mitglied der Besatzung über Bord. Die „alte“ Windex fand einen Platz fasst neben dem Steuer. Doch leider ging sie bei einem zu star-ken Windstoß über Bord. Im Hafen angekommen, dachten wir bei Kaffee und Ku-chen nochmal an die liebe kleine Windex zurück. Wir stellten an diesem Tage noch etwas fest: Unsere Liebe zur dänischen Backkunst. Lecker! Nach vorzügli-chem Kaffee und Kuchen und einer schnellen Aufräumaktion unter Deck zog es Günther und mich zu einer Landerkundungstour. Spielplätze hatten bei diesem Törn irgendwie magische Anziehungskräfte. Später kamen auch Jannik, Laura und Victor zu uns. Wir hatten viel Spaß und es gab großes Gelächter. Am Abend nach dem Abendessen zog es uns dann mit den Skippern in die Stadt, denn auch Eis war auf unserer Favoritenliste. Fix einen Laden gefunden, Eis gekauft und den Sonnenuntergang bewundert. Schnell zu unserem Boot gelaufen und in die gemütlichen Kojen gekuschelt.

Tag 4 - Nyborg ➨ Fåborg

Die Sonne strahlte und es herrschte beste Stimmung auf der Lone Star. Ein sonniger Segeltag war vorausgesagt. Auf geht’s, raus aus dem Hafen, rein in die Seewelt. Auf unserer Tour durch den Svendborgsund sahen wir an der Küste schöne Häuser mit Stegen. Die gute Stimmung wurde durch die Musik unter-stützt, sogar eine Gesangsstunde wurde kurzzeitig eingeschoben. Alle genossen die Sonne und die herrliche Atmosphäre. Die Genua wurde ausgepackt! Zahlrei-che Boote begegneten uns, die natürlich gegrüßt wurden. Im sehr schönen Hafen von Fåborg wurden dann die Segel zusammengelegt und das Abendessen vorbe-reitet. Nach einer Spielrunde ging es voller Vorfreude auf den nächsten Tag ab in die Kojen.

Tag 5 - Fåborg ➨ Sønderborg

Früh am Morgen gingen wir einkaufen, Laura, Jannik und Victor erbarmten sich, früher aufzustehen und Thomas zu begleiten. Am Mittag herrschte noch strah-lender Sonnenschein. Bei der Brotzeitzubereitung wurden die Brötchen ganz ge-nau unter die Lupe genommen. Irgendwas war sehr komisch an den Nutella Bröt-chen. So sehr uns die dänische Backkunst gefiel, gelbe Brötchen? Nachdem eine Testperson – Günther - die Brötchen probierte, stellte sich heraus, dass es ganz normale Brötchen waren. Trotzdem sorgte dies für eine Portion Spaßgelächter auf unserem Bötchen. Am Nachmittag zog sich der strahlend blaue Himmel mit dicken schwarzen Wolken zu. Es begann zu regnen. Eine Erkundung des Hafens war natürlich nach der Ankunft wieder selbstverständlich. Und so endete ein weiterer Tag auf hoher See.

Tag 6 - Sønderborg ➨ Laobe

Heute ging es Richtung Kiel. Wer sich mit Segeln auskennt, weiß, dass zu dieser Zeit die Kieler Woche stattfindet. Trotz des nicht so berauschenden Wetters waren alle guter Stimmung. Der Anblick von vielen Jollen in der Kielerbucht überraschte uns. Auch die vielen alten Schiffe, die zahlreiche Schaulustige an Bord hatten, begeisterten uns. Wo kann man denn noch zu dieser Zeit einen al-ten 3-Master bestaunen? Der Zielhafen dieses Tages war Laboe. Es war einer der schönsten Häfen, die wir angesteuert haben. Nein, der „schönste“, den wir angesteuert haben. Durch die Kieler Woche war der Hafen hoffnungslos über-füllt. Nach einer kleinen Diskussion mit „den verantwortlichen Hafendamen“ hat-ten wir dann doch noch einen schönen Platz gefunden. Es ging schon auf den Abend zu. Nach dem Abendessen zogen wir wieder zum Strand. Dort fanden wir sogar noch ein Strandcafe, das wieder einmal Eis anbot. Nach interessanten Er-lebnisberichten des Tages ging der Tag mit einem fulminanten Sonnenuntergang zu Ende.

Tag 7 - Laboe - Heiligenhafen

Der letzte Seetag stand an. Schon am Morgen waren alle sehr traurig. Wir wuss-ten, dass wir das letzte Mal Meerluft schnuppern würden, keiner wollte hier mehr weg. Aus Laboe raus segeln und rein in das nächste Abenteuer. Polizei-schiffe und zahlreiche andere Jollen wurden gesichtet. Zum Glück dankte es uns das Wetter mit Sonnenschein und ordentlichem Wind. So vergingen die letzten Stunden auf hoher See sehr schnell. Am Heimathafen angekommen, wurde dann noch ein Abschlusseis eingenommen. Victor hatte sooo große Lust auf Eis, dass er sich doch glatt 8 Kugeln mit Softeis und reichlich Sahne bestellte. Die andern waren da doch ein bisschen bescheidener. Traurig verbrachten wir die letzte Nacht auf der Lone Star.

Tag 8 - Heiligenhafen ➨ Nürnberg

Früh am Morgen hieß es dann alle Sachen zusammenpacken, die letzen Aufgaben verteilen, Deckschrubben, Segel zusammenlegen, unter Deck klar Schiff machen und die letzten Tage Revue passieren lassen. Das gemeinsame Frühstück und die letzte Gesprächsrunde waren vorbei, die Schiffablöse vorbereitet. Die nächste Crew konnte kommen. Noch ein Mannschaftsbild gemacht und den wehmütigen Abschied von der Lone Star hinter uns gebracht! Plötzlich machte es „Krack“: anscheinend ging es bei Victors letztem Gang über ein Holzbrett nicht schadlos zu - das gute Stück war durchgebrochen! Der Törn fing mit einer kleinen Pech-strähne an und hörte mit einem kleinem Malheur auf.

Thomas und Norbert fuhren wieder zusammen mit dem Auto nach Nürnberg, na-türlich auch mit unserem Gepäck. Wir genossen die letzten Minuten in Heiligen-hafen, bevor es dann für uns hieß: „Tschüüüüssss Ostsee - du wirst uns fehlen!“ Mit Bus und Zug fuhren wir wieder nach Hamburg, wo wir ca. 3 Stunden Aufent-halt hatten. Diese Zeit nutzten wir, um uns am Hafen, beim „König der Löwen“ und in der Innenstadt etwas umzusehen. Ein kurzer Blick auf die Uhr und ab ging’s zum ICE. Der Heimfahrt stand nichts mehr im Wege. Die meiste Zeit im Zug verbrachten wir damit, den fehlenden Schlaf der letzen Tage nachzuholen. Leider hatte der ICE 30 Minuten Verspätung bei der Ankunft in Nürnberg, er musste noch einen kurzen Zwischenstopp machen und auf einen anderen Zug warten.

 

unser Fazit...

Es war es ein wunderschöner Törn mit einer supernetten Crew, tollen Skippern, fast immer hammermäßigen Wetter und vielen Eisbechern.