Erfahrungsberichte

Seit über 25 Jahren gehe ich auf Langstrecke. Mittlerweile habe ich 30 000 NM zurückgelegt, zweimal den Atlantik überquert (das nächste Mal ist für 2012 bereits in Planung) und einmal den Pazifik. Ich habe dabei unzählige Geschichten erlebt, einen wahren Freund gefunden, viele Fehler gemacht und konnte jede Menge Erfahrungen sammeln.

 

Wenn ich davon etwas weitergeben kann, wenn ich dem ein oder anderen das Langstreckensegeln nahe bringen kann oder falls ich jemanden motivieren könnte, eventuell selbst auf Strecke zu gehen, so würde mich dies sehr freuen.

 

Beginnen werde ich meine Berichte mit ein paar Gedanken, wie aus meiner Sicht eine perfekte Langfahrtyacht aussieht. 

 

Die Langfahrtyacht

Was ist das überhaupt, eine Langfahrtyacht, englisch „ocean cruising yacht“? Darunter versteht man einen Seekreuzer, der für einen uneingeschränkten Fahrtbereich auf hoher See und fern von Küsten geeignet ist. 

 

Bootstyp

Hier kommt für mich nur ein Einrumpfboot in Frage. Ein Mehrrumpfboot, englisch multihull, eignet sich vor allem für küstennahes Segeln, beispielsweise in der Karibik von einer Insel 
zur nächsten. 

 

Bootsbaumaterial


Bei der Frage Holz, Stahl, Aluminium, Beton oder Kunststoff sprechen einige Sicherheitsaspekte für Stahl. Gleichzeitig ist Kunststoff wartungsarm und 
sobald auch das Deck aus Kunststoff ist, hat man ohne Zweifel ein sehr 
trockenes Boot. Ich habe mich daher für Kunststoff entschieden.

 

Das Unterwasserschiff

Nun zum Unterwasserschiff. Vor dem Ruder möchte ich eine Ruderleitflosse, ein „Skeg“, haben. Zum Beispiel für den Fall einer Kollision mit einem Wal, der nachts knapp an der Wasseroberfläche schläft. Wenn er durch die Kollision aufwacht, um sich schlägt und das Schweberuder beschädigt, würde sonst schnell ein Loch in den Rumpf gerissen.

 

Auch möchte ich keinen Kiel haben, der unter dem Rumpf untergebolzt ist. Man bedenke nur die Hebelwirkung eines Kiels, der bei flotter Fahrt ein Hindernis rammt und dabei den Rumpf aufreißt. Viel sinnvoller ist aus meiner Sicht ein dicker laminierter Kiel, bei dem das Gewicht sehr tief angebracht ist.

 

Unter Deck

Des Weiteren wünsche ich mir eine Yacht mit mehreren wasserdichten Schotten (Kollisionsschott), um bei einer Kollision beispielsweise mit einem Container nicht unterzugehen. Oder aber auch, um trotz eines Wassereinbruchs weiter segeln zu können. 

 

Ganz wichtig ist natürlich auch der Stauraum. Denn davon kann ein Segler nie genug haben. Stauraum für Ausrüstungsgegenstände für eine sichere Atlantik-Pazifik-Überquerung ebenso wie Stauraum für Vorräte. Schließlich soll unterwegs auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommen.  

 

An Deck

Worauf lege ich an Deck Wert? Für mein Empfinden ist ein Mittelcockpit sicherer. Zudem vermittelt ein „Dach“ über dem Kopf ein gutes Gefühl und schützt vor Sonne, Regen, Brechern und Wind. Auch ein Besan ist mir wichtig. Vor allem, wenn das Großsegel mal ausfallen sollte. Obendrein benötige ich eine elektrische Rolleinrichtungen für alle Segel, da ich achtfach an der Bandscheibe operiert bin und nur noch 15 kg heben darf.

 

All dies war für mich in der Maramu von AMEL verwirklicht, deshalb war ich 22 Jahre damit auf Langstrecke und seit 2009 mit dem Nachfolger, der AMEL 54.