Einmal um Fünen und eine Zahnbürste ärmer

An Bord: Elida, Joshi, Levia, Lena, Oli, Lea und Suse
Samstag: Magische Karte, magische Karte, eins, zwei.
Am ersten Samstag der Sommerferien trafen sich Lena, Joshi, Oli und Levia mit Suse und Lea am Hauptbahnhof. Dreimal umsteigen, ICE, Regionalbahn, zweimal Bus, dann Heiligenhafen. Elida kam mit dem Auto und stieß dort dazu.
Lea: Es hat auf jeden Fall super geklappt, mit dem Zug hierher zu fahren. War voll entspannt.
Lena: Nee, fand ich gar nicht. Mir war die ganze Zeit schlecht.
Oli: Es war sehr entspannt. Außer diese eine Stunde bei der Regionalbahn.
Suse: Hey, da waren wir in der Sonne und haben uns einen Essensplan gemacht!
Lena: Ja, das war geil.
Lea: Nee, er meint, wo wir im Zug stehen mussten.
Lena: Ach so. Im Zug war's schlimm.
Joshi: Zug war mega. Ich war voll entspannt.
Lena: Fand ich gar nicht.
Man merkt: Die Crew war sich von Anfang an vollkommen einig.
Der Rest des Tages ging für den Großeinkauf drauf. Sehr viel Geld, sehr viel Gewicht und daraus entstand das erste echte Highlight der Woche, lange bevor überhaupt eine Leine losgeworfen war. Eine riesige Kette aus aneinander gehängten Bollerwagen, die sich durch Heiligenhafen zog. Suse hielt das für so bemerkenswert, dass es eigentlich sofort auf Instagram gepostet werden sollte. Ob es so kam…
Abends gab es Essen im Seestern und dazu Rätselspiel mit Messer und Gabel, das erfolgreich gelöst wurde. Seid gespannt, bis ihr die Ehre habt, es zu spielen, liebe Leser. Das magische Kartenspiel haben bis heute nicht alle gelöst.
Suse: Magische Karte, magische Karte, eins, zwei. Wer bekommt die Karte als nächstes?
Joshi: Och nö. Nicht schon wieder.
Suse: Dann haben wir noch was für den Heimweg.
Noch weiterhin viel Spaß, Joshi und Oli.
Sonntag: Boje über Bord. Und Zahnbürste.
Der Sonntag begann mit Trockenübungen. Wenden, Halsen, „Boje über Bord!". Die Crew verbrachte den Vormittag damit, den Notfall zu proben. Dass an diesem Tag trotzdem etwas über Bord gehen würde, hatte niemand auf dem Zettel.
Levia: Ich hab meine elektrische Zahnbürste versenkt!
Lena: Ich dachte erst, die geht gar nicht unter, weil die irgendwie so geschwommen ist. Aber dann ist die Box vollgelaufen.
Oli: Es war echt traurig. Wie bei der Titanic.
Elida: Nur ist sie nicht auseinander gebrochen.
Levia: Man hat noch so die Blubberblasen gesehen.
Lena: Und du mit dem Eimer noch so. Fast geschafft, zu retten und dann doch nicht.
Levia: Ich glaub, ich hab's mit dem Eimer einfach noch schlimmer gemacht. Ich hätte einfach hinterher springen müssen.
Joshi ist später hinterher getaucht. Ergebnis: Ein Schatz für zukünftige Hobbytaucher in den Tiefen von Heiligenhafen.
Nachmittags ging es weiter nach Orth, mit einem Anlegemanöver, auf das die Crew immer noch stolz ist. Der Strand dort war aber leider die einzige echte Enttäuschung des Tages.
Joshi: Das war der schlechteste Strand aller Zeiten.
Lena: Ehrlich?
Elida: Da waren überall Algen. Das war nicht mal ein Strand, sondern nur eine Leiter ins Wasser.
Während Oli, Elida und Joshi trotzdem schwimmen gingen und den Sonnenuntergang mitnahmen, entstand an Bord Carbonara.
Montag: die Nacht, in der niemand geschlafen hat (außer Oli)
Von Orth aus ging es Richtung Dänemark. Blister raus, vor dem Wind, und dann durch die Nacht. Vorher wurde noch gekocht, und zwar Curry. Genauer: Es wurde ein Wettkampf ausgetragen.
Oli: Wir hatten Curry! Wo Joshi und ich den Wettbewerb mit den Zwiebeln hatten.
Suse: Sie wollten sie so klein schneiden, dass es auch für Lena okay ist.
Joshi: Vor allem Oli wollte sie besonders klein schneiden.
Lena: Digga, die waren kein bisschen klein geschnitten. Die waren gefühlt mehrere Zentimeter groß.
Joshi: Er hat sie geviertelt und einfach draufgeschlagen, vom Aussehen her. Meine waren viel besser.
Oli: Das hab ich auch irgendwie so gemacht… hat doch auch halbwegs gepasst.
Levia: Halbwegs? Eher ganzwegs.
Elida: Es hat auch 22 Minuten gedauert.
Oli: Zumindest bei Joshi. Bei mir nur fünf.
Die erste Nachtschicht übernahmen Lea, Levia und Lena. Sie bekamen den Sonnenuntergang, kurz darauf den Mondaufgang, in tiefrot, und dazu ein Rätsel, an dem sie eine halbe Stunde knobelten.
Ein Licht am Horizont, das grün blinkte. Dann rot. Dann weiß. Eine Boje? Ein Schiff?
Ein Leuchtfeuer, das je nach Sektor die Farbe wechselt? Lena hat uns jedenfalls an jeder Untiefe und jedem Leuchtturm wundervoll vorbeigesegelt.
Suse: Das ist eine geile Schicht, wenn man Sonnenuntergang und Mond sieht. Dann hat man einfach Glück gehabt im Leben.
Gesungen wurde auch. Sehr laut.
Elida: In der ersten Schicht sogar ultralaut.
Oli: Also ich hab durchgeschlafen.
Joshi: Ja, Oli. Wir haben gehört, dass du geschlafen hast.
Oli: …guter Punkt.
Elida: Wir mobben dich nicht.
Oli: Nö, überhaupt nicht.
Die zweite Schicht übernahmen Oli und Joshi, mit Begleitung von Suse.
Elida: Ich bin auch dabei gewesen…
Entschuldige, Elida. Die zweite Schicht übernahmen dann Oli und Joshi, mit Begleitung von Suse und Elida.
Joshi: Die erste Schicht für uns war relativ entspannt.
Oli: Ich bin aufgestanden und hab meinen Kopf angehauen.
Elida: Das war schon mal ein guter Start.
Dienstag: Bogense, Pfannkuchen und Lena schläft
Die dritte Schicht brachte einen traumhaften Sonnenaufgang, klare See und Delfine. Nun haben alle welche gesehen.
In der vierten Schicht, die bis Bogense ging, gab es Amwindkurs, die erste richtige Krängung und einen Wellengang, den nicht jeder gleich schön fand. Lena und Levia war schlecht, und beide lernten am Morgen die wichtigste Regel an Bord.
Suse: Du musst nur einschlafen, bevor dir schlecht wird.
Lena hat diese Regel eindrucksvoll befolgt. Sie schlief vier Stunden am Stück durch inklusive einer kompletten Wende.
Levia: Wir wollten wenden, und ich so: Warte mal, sollen wir Lena nicht Bescheid sagen? Nicht, dass es sie aus dem Bett haut.
Lena: Und ich hab das sogar gehört! Ich hör so „sollen wir Lena nicht Bescheid sagen" und irgendjemand sagt: Nee, die schläft. Hab ich nicht.
Elida: Ich hab auch gefragt, wollen wir sie langsam wecken. Lea so: Nee, nee, passt, lass die noch schlafen.
Lea: Die lag ja in ihrem Netz, also alles okay.
Elida: Lena, du hast ja überlebt.
Lena: Ehrlich, ich hab so gut geschlafen, als ich aufgewacht bin, dachte ich, ich hätte Tage verschlafen.
In Bogense wurde der Rest des Tages dann konsequent vertrödelt. Sandstrand, eine Badeinsel, zu der Oli, Elida und Joshi hinausschwammen, während der Rest zuschaute. Levia und Lena sammelten Muscheln. Das Wasserfloß im Hafen erwies sich als Konstruktion, die nur bis zur Hälfte funktionierte, weshalb man wieder zurückfahren musste. Und es gab Pfannkuchen.
Lena: Die Pfannkuchen waren schon echt geil.
Levia: Ich finde, das war mit das coolste Highlight.
Elida: Es war so ein toller Chilltag.
Mittwoch: 67 Seemeilen, eine Brücke und Gustav!!!
Ab Mittwoch kam der Wind. Rund 25 Knoten, mit einem Reff, zwischendurch Wechsel von Genua auf die Fock. Die Lone Star segelte einmal um ganz Fünen herum, unter einer riesigen Brücke hindurch und zum ersten Mal spritzten Wellen richtig über Deck.
Elida: Einmal bin nur ich nass geworden. Aber so richtig.
Oli: Dich und Joshi hat's, wenn ihr am Heck wart, am meisten getroffen.
Lena: Oli hat die ganze Zeit mein Handy genommen und gesagt, er will filmen. Und dann hält er mein Handy über Bord. Ich dachte, er lässt gleich los.
Joshi: Ich fand's so geil. Jedes Mal, wenn du nass geworden bist: haha, Karma.
Lena: Was für Karma?! Ich hab gar nichts getan!
Am Ende des Tages standen 67 Seemeilen auf der Uhr, obwohl nur 50 nötig gewesen wären. Im Hafen wartete dann noch die eigentliche Hauptfigur des Tages: eine Möwe.
Lena: Da war Gustav!
Levia: Die Möwe Gustav. Sie hat einfach bei uns gechillt. Und dann hat Lena versucht, sie mit seltsamen Geräuschen anzulocken.
Elida: Das war ein sehr normales Geräusch.
Levia: Gustav hatte außerdem so einen roten Punkt unterm Schnabel.
Lena: Das heißt, sie ist böse.
Abends gab es Tomate-Mozzarella-Nudeln, lange Gespräche über Kindheitsurlaube am Gardasee und die Sache mit dem Regenschirm. Dazu später mehr. Oder auch nicht...
Donnerstag: der Tag, an dem die Fock geköpft wurde
Der Donnerstag war für die einen der beste Tag der Woche und für die anderen der härteste. Dauerhaft Sonnenschein, aber auch der stärkste Wind. Bis 32 Knoten und 3 Meter Wellen, noch mehr Gischt, drei Reffs im Groß und die kleinste Fock. Vorher hatte es die Fock 3 zerlegt. Sie riss unterm Kopf komplett durch. Joshi und Oli mussten vorne helfen, Lea steuerte, Levia reichte das Ersatzsegel von unten hoch. Und dann kam der Moment, den Lena so schnell nicht vergisst.
Lena: Elida und ich saßen unter dieser Haube. Mir war eh schon schlecht. Dann kommt Joshi um die Ecke, setzt sich hin, komplett panisch, und sagt: Ich bin fast über Bord gefallen. Ich hab totale Panik gekriegt und dann musste ich mich übergeben. Horror.
Joshi: Ich war ja noch angeleint.
Lena: Trotzdem!
Danach:
Lena: Ich hab die ganze Zeit gefragt: Wann sind wir da? – „Wir sind gleich da." – Nicht gleich da! Das waren zwei Stunden!
Suse: Es ist wie beim Wandern, wenn dir Leute entgegenkommen und sagen: Ist gleich geschafft. Und dann sind es noch drei Stunden hoch.
Lea: Was hätte ich denn sagen sollen?
Lena: Keine Ahnung… Vielleicht wie viel Zeit es noch ist!
Lea: Es wären zweieinhalb Stunden gewesen. Hätte ich –
Lena: Zweieinhalb?! Du hast zwei gesagt!
Lea: Darum hab ich ja nichts gesagt!
Suse: Für Future Reference: Wir wären für die Wahrheit.
Um 21 Uhr lag die Lone Star in Orth. Levia und Oli hatten unterwegs offenbar ein mehrstündiges Gespräch über Gott und die Welt geführt.
Elida: Richtig lang, Digga. Ihr habt einen halben Podcast aufgenommen.
Joshi: Nicht nur einen halben. Es waren drei Folgen.
Lena und Elida hatten sich derweil unter einer Decke aneinander gekuschelt, um sich zu wärmen.
Oli: Als wir angekommen sind, sahen die aus, als hätten sie die Titanic überlebt.
Und ganz nebenbei: Bis auf Joshi haben alle an Bord ein Windsternzeichen. Bei dem starken Wind fiel das auf.
Suse: Stellt euch vor, wie viel Wind wir gehabt hätten, wenn Joshi auch noch eins hätte.
Lena: Das wäre dann Sturm gewesen.
Lea: Er war sozusagen der Ausgleich.
Suse: Das wäre sonst unsegelbar geworden.
Levia: Joshi hat uns mit seinem Erdsternzeichen geerdet.
Joshi: Super…
Freitag: Milchreis, Sand und Brot
Am Freitag wurde bis elf geschlafen, ausgiebig gefrühstückt und über Olis tolle Quesadillas vom Vorabend gesprochen. Dann kam der Bootsbauer und reparierte den Motor, der nicht mehr ausgehen wollte, und die Stadt baute der Crew praktisch einen Markt vor die Tür. Für die leckeren Waffeln reichte die Zeit trotzdem nicht. Denn dann ging es zurück nach Heiligenhafen. Auf dem Weg wurde dann auch eine Robbe gesichtet. To-Do vor Abreise am nächsten Tag: Schiffdeck schrubben.
Joshi: Man sieht keinen Unterschied.
Auf die Party „Rave above Wave" hat es die Crew ebenfalls geschafft. Und zwar exakt in dem Moment, in dem sie zu Ende ging!
Elida: Ich hab's vorhergesagt.
Statt des geplanten Sushis gab es Milchreis am Strand. Mit Apfelmus und Sand. Am Abend, während Lena und Joshi noch ernsthaft einen Instagram-Beitrag hochluden, verbrachten Levia und Elida ihre Zeit anders.
Elida: Kennt ihr diesen Toast, der so fällt? Ey, ich find das voll witzig.
Levia: Wir haben über ein fallendes Brot gelacht.
Elida: Das war richtig hobbylos.
Samstag: Wir lieben die Lone Star (wirklich).
Am Samstagmorgen, kurz vor der Heimreise, stand noch eine Frage im Raum.
Suse: Wir behalten das Schiff, oder?
Levia: Ja, bitte!
Oli: Ich lieb’ es. Es ist so schön alt. Im guten Sinne.
Levia: Es ist richtig cozy, vor allem unten. Erstaunlich warm.
Joshi: Also Fazit: Wir mögen die Lone Star.
Wer beim nächsten Jugendtörn dabei sein will: Vorkenntnisse sind keine nötig, Wenden und Halsen lernt man am ersten Tag, und schlafen kann man erstaunlicherweise auch bei Wellengang. Mitbringen muss man eigentlich nur Lust, eine Woche lang mit anderen tollen Menschen auf sehr engem Raum sehr viel zu lachen.
Und eine Sache können wir hier leider nicht erzählen: Die Geschichte mit dem Regenschirm. Wer mehr wissen möchte, fragt Joshi, Lena oder Oli.
Joshi: Grüße gehen raus an Simon, Aaron, Henrik und Julian. Die könnt ihr auch fragen, die kennen die Story auch.













